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Pink Gin Beim Pink Gin ist die wichtigste Information die Begriffsklärung: Der Name bezeichnet heute zwei…
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Zubereitungsschritte
Den Bitter in ein Weinglas gießen. Das Glas umrühren, um die Innenseite mit dem Bitter zu überziehen, den Überschuss ausschütten. Gießen Sie den Gin in das Glas. Füge kein Eis hinzu.
Bar-Tipps
"Spare niemals am Eis — mehr Eis bedeutet weniger Schmelzwasser und ein länger kaltes Getränk."
Umrühren wie beim Kochen. Das zerschlägt das Eis, der Drink wird trüb und zu stark verwässert.
Da dieser Cocktail gerührt statt geschüttelt wird, lässt er sich gut vorbereiten: 18 dh Bitters, 30 cl Gin gemeinsam in eine Flasche geben und kühl lagern. Kurz vor dem Servieren mit Eis im Rührglas fertig kühlen und ins Glas abseihen.
Geschmacksprofil & Sensorik
Pink Gin
Beim Pink Gin ist die wichtigste Information die Begriffsklärung: Der Name bezeichnet heute zwei völlig verschiedene Dinge.
- Den historischen Cocktail – Gin mit Angostura Bitters.
- Eine moderne Spirituosenkategorie – mit roten Früchten aromatisierter, rosa gefärbter Gin, wie ihn seit einigen Jahren fast jede große Marke im Sortiment hat.
Seit dem 21. Jahrhundert bezeichnet „Pink Gin" auch diesen mit roten Früchten aromatisierten Gin-Stil.</cite> Die beiden haben außer der Farbe nichts gemeinsam. Wenn du darüber schreibst, solltest du das früh im Text auflösen – sonst reden Leser und Text aneinander vorbei. Im Folgenden geht es um den Cocktail.
Was drin ist
Der Pink Gin ist ein traditioneller Cocktail, der ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in England in Mode war und aus Plymouth Gin und einem Spritzer Angostura Bitters besteht, die den Drink rosa färben. Üblicherweise wird mit Wasser aufgefüllt, und als Garnitur dient meist Zitronenschale, deren ätherische Öle den Geschmack ergänzen.
Die überlieferte Zubereitung ist ungewöhnlich: Das Glas wird zuerst mit einigen Spritzern Angostura ausgeschwenkt, sodass die Bitters nur die Innenwand benetzen – der Überschuss wird ausgeschüttet. Dann kommt der Gin hinein. Ursprünglich wurde der Gin dabei bei Raumtemperatur eingeschenkt; Eis kam nicht zum Einsatz, weil es schlicht nicht verfügbar war.
Heute übliche Fassung:
- 6 cl Plymouth Gin (auch in Navy Strength, dann länger rühren)
- 4–6 Spritzer Angostura Bitters, nach Geschmack
- optional Wasser zum Verdünnen
- Zitronenzeste
Mit Eis rühren, in ein gekühltes Cocktailglas abseihen. Alternativ auf Eis im Tumbler.
Ein Hinweis zur Technik: Verdünnung ist bei diesem Drink kein Nebeneffekt, sondern zentral. Ohne Wasser bleibt der Gin verschlossen; er braucht die Verdünnung, damit sich die Botanicals überhaupt entfalten. Bei Navy Strength gilt das umso mehr.
Warum Plymouth Gin?
Plymouth Gin war der Gin der Royal Navy – Plymouth ist ein großer Marinehafen in Südwestengland. Stilistisch ist Plymouth Gin weicher und weniger wacholderdominiert als ein London Dry, mit einer leichten Süße, die den bitteren Angostura auffängt. Mit einem harten London Dry funktioniert der Drink auch, wird aber schärfer und kantiger.
Herkunft
Der Konsens der Quellen: Der Pink Gin wird weithin den Angehörigen der Royal Navy zugeschrieben. Plymouth Gin wurde den Angostura Bitters zugesetzt, um deren Einnahme erträglicher zu machen – die Bitters wurden ab 1824 von Dr. Johann Gottlieb Benjamin Siegert gegen Seekrankheit eingesetzt. Die Navy brachte die Idee anschließend in englische Bars, wo diese Servierart erstmals auf dem Festland dokumentiert wurde; in den 1870er-Jahren servierten viele der besseren Häuser in England Pink Gin. Der Drink ist also kein Genussprodukt, sondern eine Arzneiverbesserung – die Bitters waren die Medizin, der Gin das Vehikel.
Eine Vorsichtsnote zur Detailerzählung: Diffords Guide schildert die Entstehung sehr konkret – ein Schiffsarzt namens Henry Workshop auf der H.M.S. Hercules, der 1826 in Georgetown zwei Flaschen Bitters erwarb und sie mit Kapitän Jack Bristow in die Ginration mischte. Diese Version findet sich in dieser Ausführlichkeit nur bei Difford; andere Quellen kennen keinen namentlichen Erfinder. Ich würde sie im Text als Anekdote kennzeichnen, nicht als belegte Geschichte.
Gesichert ist dagegen der Ursprung des Bitters selbst: Siegert, ein deutscher Arzt, hatte sich in Venezuela niedergelassen und war Chefarzt eines Militärkrankenhauses in der Stadt Angostura. Er entwickelte die Bitters gegen Magenbeschwerden und Verdauungsprobleme seiner Mitsiedler – nicht für Cocktails.
Ein Detail für den Text
Eine überlieferte Unterscheidung an Bord, die den Drink gut illustriert: Offiziere tranken ihren Pink Gin „in" – mit dem Angostura im Glas. Die Mannschaft bekam ihn „out" – das Glas wurde nur ausgeschwenkt, weil die Bitters knapp und rationiert waren. Diese Angabe stammt aus einer Cocktail-Datenbank, die sie selbst als „unknown authenticity" führt; als Kolorit taugt sie, als Faktum würde ich sie nicht verkaufen.
Charakter
Trocken, würzig, kompromisslos – im Grunde ein aromatisierter Gin pur. Der Angostura bringt Nelke, Zimt und eine bittere Kante, die Zitronenzeste hebt das Ganze. Es gibt keine Süße, keine Säure, keinen Saft. < cite index="93-1">Punch beschreibt ihn treffend eher als historisches Artefakt denn als heute noch verbreiteten Cocktail.</cite>
Für einen Text ist er trotzdem dankbar: Er zeigt, wie nah frühe Cocktails an der Hausapotheke gebaut waren – dieselbe Logik wie beim Gin Tonic, wo Chinin gegen Malaria im Glas landete.
Häufige Fragen
Wie schmeckt ein Pink Gin?
Der Pink Gin schmeckt herb und komplex und kräftig im Geschmack.
Ist im Pink Gin viel Alkohol?
Ja, der Pink Gin ist ein eher starker Cocktail mit höherem Alkoholgehalt. Genießen Sie ihn verantwortungsvoll.
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