Cocktail-Techniken: Shaken, Stirred, Build und mehr
Dasselbe Rezept schmeckt und wirkt anders, je nachdem wie es gemixt wird. Die Methode entscheidet über Textur (trüb und luftig oder glasklar und seidig), über die Verdünnung und darüber, wie lange der Drink kalt bleibt.
Passendes Equipment findest du im Barzubehör, das richtige Glas in der Gläser-Übersicht, und passende Garnituren in der Garnituren-Übersicht.
Shaken oder Stirred?
Die häufigste Einsteigerfrage lässt sich in einem Satz beantworten: Alles, was Saft, Sirup, Sahne, Ei oder Fruchtpüree enthält, wird geschüttelt — diese Zutaten verbinden sich sonst nicht sauber, und die Belüftung macht den Drink angenehm leicht schaumig. Alles, was nur aus klaren Spirituosen, Wermut und Bitters besteht, wird gerührt — der Drink bleibt dabei glasklar und bekommt eine dichte, seidige Textur statt Luftbläschen.
Grundmethoden
Die Art, wie ein Drink gemischt und gekühlt wird. Jeder Cocktail lässt sich einer dieser Methoden zuordnen.
Shaken
Sobald Saft, Sirup, Sahne, Ei oder Püree im Rezept steht.
Stirred
Wenn der Drink nur aus klaren, spirituosigen Zutaten besteht.
Build
Bei Longdrinks mit Soda, Tonic, Ginger Beer oder Cola.
Blended
Für Frozen-Varianten und cremige Tropendrinks.
Muddling
Bei Rezepten mit frischer Minze, Basilikum, Beeren oder Limettenstücken.
Throwing
Bei Drinks, die Belüftung vertragen, aber nicht trüb werden sollen.
Layering
Bei Shootern und Drinks, bei denen die Optik Teil des Rezepts ist.
Swizzling
Bei Rum- und Tiki-Drinks mit Crushed Ice.
Handgriffe & Kniffe
Einzelne Arbeitsschritte, die eine Grundmethode ergänzen: abseihen, kühlen, garnieren, aromatisieren.
Dry Shake
Immer, wenn Eiweiß, Aquafaba oder Sahne im Rezept steht.
Reverse Dry Shake
Wenn die Schaumkrone besonders dicht und langlebig sein soll.
Double Strain
Bei allen Shortdrinks ohne Eis und bei Drinks mit Kräutern oder Fruchtfleisch.
Glas vorkühlen
Bei allen Drinks, die ohne Eis serviert werden.
Rinse
Bei Rezepten mit Absinth-Rinse oder rauchigem Whisky als Aromaschicht.
Zeste ausdrücken
Bei fast allen spirituosigen Shortdrinks mit Zitrusgarnitur.
Glasrand zubereiten
Bei Margarita, Salty Dog, Crusta-Varianten und Sidecar.
Float
Bei New York Sour, Dark 'n' Stormy und Tiki-Drinks mit Overproof-Rum.
Fortgeschrittene Techniken
Verfahren aus der modernen Bar: Aromen übertragen, klären, karbonisieren, vorbereiten.
Infusion
Für eigene Signature-Zutaten und um Reste zu verwerten.
Fat Washing
Für Drinks mit runder, öliger Textur und ungewöhnlichen Aromen.
Klären
Für Batch-Drinks, die klar aussehen und lange haltbar sein sollen.
Batching
Für Partys und für alles, was nicht während des Abends einzeln gemixt werden soll.
Karbonisieren
Für vorbereitete Highballs und geklärte Batch-Drinks.
Flambieren
Als Abschluss bei kräftigen Whisky- und Rum-Drinks.