Ausgießer
Grundausstattung, ohne die kaum ein Cocktail sauber gelingt
Aufsätze für Spirituosenflaschen, die einen gleichmäßigen, kontrollierten Strahl erzeugen. Sie machen das Eingießen sauberer und ermöglichen mit Übung das Freihandeingießen nach Zeit.
Wofür du ihn brauchst
- Kontrolliertes Eingießen
- Schnelleres Arbeiten
Auch bekannt als
Pourer, Flaschenausgießer, Speedpourer
Klassisch dafür bekannt: Alle Drinks — allgemein bekannte Klassiker, nicht zwingend Rezepte auf dieser Seite.
Worauf beim Kauf achten
Auf den Korkendurchmesser achten, es gibt unterschiedliche Größen. Modelle mit Staubdeckel sind für die Hausbar sinnvoll.
💡Barkeeper-Tipp
Auch mit Ausgießer weiter mit dem Jigger messen. Freihandeingießen braucht regelmäßiges Training, um verlässlich zu sein.
Pflege
Regelmäßig herausnehmen und spülen, in zuckerhaltigen Likören verkleben sie.
Vertiefung
Das Prinzip hinter dem gleichmäßigen Strahl
Ein Speedpourer besteht aus einem Korken, der die Flasche abdichtet, und einer Röhre mit einer kleinen Luftbohrung. Diese Bohrung ist entscheidend: Ohne sie müsste die Flüssigkeit beim Ausgießen gegen den entstehenden Unterdruck in der Flasche ankämpfen, was zu dem typischen, unkontrollierten Glucksen führt. Die zweite Öffnung lässt Luft nachströmen, während die Flüssigkeit gleichzeitig und gleichmäßig herausläuft.
Warum professionelle Bars trotzdem den Jigger nicht ersetzen
In der Systemgastronomie wird das freihändige Eingießen nach Zählzeit trainiert, weil es bei hohem Durchsatz schneller ist als jedes Messwerkzeug. Diese Präzision entsteht aber ausschließlich durch tausendfache Wiederholung mit derselben Pourer-Bauart und Flaschenform. Wechselt die Spirituose, die Viskosität oder der Ausgießer selbst, verschiebt sich die Fließrate spürbar, weshalb selbst erfahrene Barkeeper zu Hause meist wieder zum Jigger greifen.
Warum Liköre den Mechanismus verkleben
Zuckerhaltige Liköre und Sirupe trocknen in der engen Luftbohrung des Pourers ein und bilden dort eine klebrige Kruste, die den Luftausgleich blockiert. Das Resultat ist ein Ausgießer, der plötzlich stottert oder ganz aussetzt. Deshalb sollten Pourer auf zuckerhaltigen Flaschen regelmäßiger abgenommen und mit warmem Wasser durchgespült werden als solche auf klaren Spirituosen wie Wodka oder Gin.
Materialfrage: Metall gegen Kunststoff
Günstige Kunststoff-Pourer können bei hochprozentigem Alkohol über Monate leicht Weichmacher abgeben, was sich geschmacklich bemerkbar machen kann. Hochwertige Modelle aus Edelstahl sind geschmacksneutral, langlebiger und lassen sich in der Spülmaschine reinigen, was bei stark klebenden Likörresten den entscheidenden Pflegevorteil bringt.
Der Korkendurchmesser als Kaufkriterium
Nicht jeder Pourer passt auf jede Flasche. Spirituosenflaschen unterscheiden sich in ihrem Flaschenhalsdurchmesser deutlich zwischen Herstellern und Ländern, weshalb Ausgießer in mehreren Standardgrößen angeboten werden. Ein zu locker sitzender Pourer kann während des Ausgießens herausrutschen oder ungleichmäßig tropfen, ein zu eng sitzender lässt sich kaum noch entfernen, um die Flasche zu spülen. Wer eine Hausbar mit mehreren Flaschen verschiedener Hersteller ausstattet, sollte die Passform daher pro Flasche einzeln prüfen, statt sich auf eine einzige Pourer-Größe für den gesamten Bestand zu verlassen.
Staubdeckel als unterschätztes Detail
Ein offener Pourer ohne Deckel ist über Nacht oder mehrere Tage hinweg Staub, Fliegen und Küchengerüchen ausgesetzt, was besonders bei selten genutzten Flaschen zu einem muffigen Beigeschmack im ersten Glas führen kann. Modelle mit einklappbarem Staubdeckel verschließen die Öffnung zwischen den Anwendungen und sind deshalb für die Hausbar, in der Flaschen oft tagelang unbenutzt im Regal stehen, praktischer als die in Profibars üblichen offenen Speedpourer, die dort durch den ständigen Gebrauch ohnehin kaum offen herumstehen. Beim Neukauf lohnt sich außerdem ein Blick auf die Öffnungsgröße der Ausgießtülle selbst, da diese über die Fließgeschwindigkeit und damit über die Kontrolle beim Freihandeingießen mitentscheidet, unabhängig davon, wie gut der jeweilige Barkeeper bereits trainiert ist.