Wermut
Wermut ist Wein, der mit Kräutern, Wurzeln und Gewürzen aromatisiert und meist mit etwas Alkohol aufgespritet wurde. Er bringt Süße, Kräuterwürze und Volumen in Drinks wie Martini und Manhattan und ist damit weit mehr als eine Nebenzutat.
Geschichte & Herkunft
"Aromatisierte Weine sind seit der Antike bekannt, die moderne Form des Wermuts als kommerzielles Produkt entstand aber erst im späten 18. Jahrhundert in Turin (Antonio Benedetto Carpano gilt als früher Pionier) und wenig später in Frankreich."
💡Pro Tip
Wermut ist Wein und oxidiert nach dem Öffnen – ungekühlt und lange offen gelagert wird er flach und muffig. Nach dem Öffnen gehört die Flasche in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Wochen aufgebraucht werden.
Kurioses
Der Name „Wermut" geht auf das deutsche Wort für die Pflanze Artemisia absinthium zurück, die früher zu den prägenden Aromageber gehörte – dieselbe Pflanze, die auch dem Absinth seinen Namen gibt.
Vertiefung
Mehr als eine Nebenzutat
Wermut bringt gleichzeitig Süße, Kräuterwürze und zusätzliches Volumen in einen Drink, wodurch er in Klassikern wie Martini und Manhattan eine gleichberechtigte Rolle neben der Basisspirituose einnimmt. Diese Doppelfunktion unterscheidet ihn deutlich von einfachen Süßungsmitteln, die primär nur eine einzige Geschmacksdimension beisteuern.
Der Namensgeber Artemisia absinthium
Der Name „Wermut" geht auf das deutsche Wort für die Pflanze Artemisia absinthium zurück, die früher zu den prägenden Aromagebern des Getränks gehörte. Dieselbe Pflanze verleiht auch dem Absinth seinen Namen, was die enge botanische Verwandtschaft beider Spirituosen unterstreicht.
Eine antike Tradition mit modernem kommerziellen Ursprung
Aromatisierte Weine sind bereits seit der Antike bekannt, die moderne Form des Wermuts als kommerzielles Produkt entstand jedoch erst im späten 18. Jahrhundert in Turin, wo Antonio Benedetto Carpano als früher Pionier gilt. Wenig später etablierte sich in Frankreich eine eigenständige, deutlich trockenere Wermut-Tradition.
Warum Wermut als Wein behandelt werden muss
Da Wermut im Kern aromatisierter Wein mit zugesetztem Alkohol ist, unterliegt er denselben Oxidationsprozessen wie gewöhnlicher Wein und verliert nach dem Öffnen kontinuierlich an Frische. Diese Eigenschaft wird von vielen Hobby-Barkeepern übersehen, die Wermut fälschlicherweise wie eine haltbare Spirituose behandeln.
Warum abgestandener Wermut der häufigste Fehlergrund ist
Ein monatelang ungekühlt offen gelagerter Wermut ist einer der häufigsten Gründe für enttäuschende Martinis und Manhattans, selbst wenn die verwendete Basisspirituose von durchweg hoher Qualität ist. Konsequente Kühlung nach dem Öffnen und zügiger Verbrauch innerhalb weniger Wochen sind deshalb entscheidend für ein gelingendes Endergebnis.
Zwei grundlegend unterschiedliche Stilrichtungen
Zwischen dem hellen, trockenen französischen Wermut und dem dunkleren, süßeren italienischen Rosso-Wermut bestehen erhebliche geschmackliche Unterschiede, die den Charakter eines Cocktails grundlegend verändern können. Diese stilistische Vielfalt macht die genaue Wermutwahl zu einer der wichtigsten Entscheidungen in der gesamten Martini-Manhattan-Familie.
Ein Aperitif, der auch pur funktioniert
Über seine Rolle als Cocktail-Zutat hinaus wird Wermut in vielen europäischen Ländern traditionell pur oder auf Eis als eigenständiger Aperitif getrunken, eine Verwendung, die seine komplexe Kräuterwürze ohne die Interaktion mit weiteren Zutaten voll zur Geltung bringt.
Warum kleinere Flaschen oft die bessere Wahl sind
Da Wermut nach dem Öffnen relativ schnell an Qualität verliert, empfiehlt sich für die Hausbar oft der Kauf kleinerer Flaschen, die sich innerhalb der empfohlenen Frischezeit vollständig aufbrauchen lassen, statt eine große Flasche über Monate hinweg zu verwenden.
Warum Wermut oft unterschätzt wird
Viele Hobby-Barkeeper behandeln Wermut als reine Nebenzutat und sparen entsprechend bei der Qualität, obwohl er in gerührten Klassikern oft einen erheblichen Anteil der Gesamtflüssigkeit ausmacht und damit das Ergebnis maßgeblich mitprägt.
Eine Zutat, die auch solo weiterentwickelt wurde
Neben der klassischen Verwendung in Cocktails hat sich in den letzten Jahren auch eine eigenständige Kultur des puren Wermut-Genusses entwickelt, oft mit einer einfachen Zitrusgarnitur oder etwas Soda, was Wermut als eigenständiges Getränk und nicht nur als Zutat positioniert.
Warum sich Wermut gut zum Experimentieren eignet
Die enorme stilistische Bandbreite unterschiedlicher Wermut-Marken macht ihn zu einer lohnenden Zutat für alle, die gerne experimentieren, da bereits ein einfacher Wechsel der Wermutmarke einen bewährten Klassiker spürbar neu erscheinen lassen kann, ohne dass am eigentlichen Rezept irgendetwas verändert werden müsste.
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